Ich bin Sophie und möchte Maschinenbau studieren.

The „master of revels“ himself, William Shakespeare, eröffnet die Szenerie. Er verliert die Kontrolle über seine Figuren, sie machen, was sie wollen, tanzen zur Musik, und und und … vier, fünf Minuten und kein Dialog. Dann erst setzt die Handlung der „Widerspenstigen Zähmung“ ein.

Der Profilkurs des Dalberg-Gymnasiums Aschaffenburg  macht aus dem damaligen Unterhaltungsspiel ein Emanzipationsstück der Oberklasse. Sophie (17), die Maschinenbau studieren möchte, erzählt aus dem Kontext gerissen von ihren Problemen mit und Kritiken an ihrer Studienwahl. Und sie bleibt nicht die Einzige: Zwangsehen, Unterdrückung, sexuelle Selbstbestimmung und Feminismus. Die Kritik an der Gesellschaft im Umgang mit Frauen und Frauenrechten ist groß. Erst Blicke, dann offener Protest seiner Charaktere, den Shakespeare ruhig und entspannt beendet, vermitteln diese Botschaft neben der eigentlichen Geschichte um Petruchio, der seine Katharina zähmt. Einfach nur Shakespeare war den Mädels (und dem einen Jungen) ohne Botschaft zu langweilig.

Auffällig wenig Musik und Technikeinsatz für das heutige Theater, dafür aber ein lustiges und hartes Spiel im Spiel. Die Puppen schreien sich gegenseitig an bis keine von ihnen mehr auf der Bühne ist und zeigen auch noch ein mal die Unterdrückung der Frauen.

Alles in Allem ein gelungenes Theaterstück mit einer wichtigen Message.

Jasmin Simon und Daniel Schlichting