„Ich hatte Gänsehaut am Ende“- Unbekannter nach dem Theaterstück

Gänsehaut, das ist die beste Kritik, die man sich wünschen kann. Dass sich bei den Zuschauern die Haare aufgestellt haben, liegt wahrscheinlich nicht nur an dem dramatischen Ende, sondern auch an den authentischen Kostümen, die das Publikum ins Dritte Reich katapultieren: Die Truppe des Staffelsee-Gymnasiums lässt die Romanhandlung einer Jugend, die durch Drill, Gehorsam und Verrohung jegliche Empathie mit ihren Mitmenschen verliert. Die Tötung des Mitschülers passiert aus dem puren Interesse zu sehen, wie ein Mensch stirbt. Die Propaganda der Nazi-Erziehung hat eingeschlagen …

Das bringt das Ensemble knisternd rüber, die Atmosphäre des Faschismus der dreißiger Jahre wirkt – die Einspielung von Lili Marleen und anderen Frontsoldatenliedern, Radiomeldungen über den „Neger“ Jesse Owens, von den Nazis 1936 als ‚primitiver, animalischer‘ Urmensch verhöhnt. Am Ende „fallen“ die Jugendlichen – nach der Einspielung des Führerbefehls aus dem JaAhre 1939: „Seit 5 Uhr wird zurückgeschossen!“

Die tollen schauspielerischen Leistungen tun das Ihre, dass am Ende die gar nicht langweilige, leider gar nicht unaktuelle Botschaft steht: Rechtsradikales Gedankengut, NAZI-Propaganda, das ist nicht bloß Geschichte … 300 abgefackelte Flüchtlingsheime und Parolen wie „Verrat an den Deutschen“  lassen grüßen …

(Bilder folgen … technische Probleme, pardon!)